Eine gut sitzende Trense ist die Grundlage für feine Hilfengebung und das Wohlbefinden des Pferdes. Sitzt das Reithalfter zu eng oder sind die Riemen falsch verschnallt, kann das zu Druckstellen, Verspannungen und Missverständnissen in der Kommunikation führen.
In diesem Ratgeber erfährst du, worauf du beim Anpassen einer Trense achten solltest und wie Nasenriemen, Backenstücke, Kehlriemen und Stirnriemen korrekt verschnallt werden.
Was ist eigentlich eine Trense?
Im Sprachgebrauch wird häufig die komplette Zäumung als Trense bezeichnet. Streng genommen ist die Trense jedoch das Gebiss. Gemeint ist meist das Kopfstück mit Reithalfter, Stirnriemen, Backenstücken und weiteren Bestandteilen.
Je nach Reitweise und Ausbildungsstand des Pferdes kommen unterschiedliche Reithalfter zum Einsatz. Besonders verbreitet sind:
- Englisches Reithalfter
- Kombiniertes Reithalfter
- Schwedisches Reithalfter
- Hannoversches Reithalfter
- Anatomische Reithalfter
Moderne anatomische Trensen werden immer beliebter, da sie den Druck besser verteilen und empfindliche Bereiche am Pferdekopf entlasten können.
Warum die richtige Passform so wichtig ist
Eine Trense sollte sicher sitzen, ohne Druck auszuüben. Das Pferd muss jederzeit entspannt kauen, abschlucken und den Kiefer bewegen können. Ein lockerer Kiefer ist eine wichtige Voraussetzung für Losgelassenheit und eine harmonische Anlehnung. Wird das Reithalfter zu eng verschnallt, können natürliche Bewegungen eingeschränkt werden.
Als Orientierung empfehlen die Richtlinien der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) die bekannte Zwei-Finger-Regel. Dabei sollten zwischen Reithalfter und Nasenbein etwa zwei Finger Platz finden. Dennoch sollte jedes Pferd individuell betrachtet werden, da Kopfform und Anatomie stark variieren können.
Den Nasenriemen richtig einstellen
Der Nasenriemen sollte etwa zwei Fingerbreit unterhalb des Jochbeins verlaufen. Dabei gilt:
✔ Nicht auf dem Jochbein aufliegen lassen
✔ Nicht zu tief verschnallen
✔ Ausreichend Platz für die natürliche Maulbewegung lassen
Je tiefer ein Nasenriemen sitzt, desto stärker kann sich Druck aufbauen, wenn er zu eng verschnallt wird. Außerdem sollten die Schnallen möglichst gut gepolstert und außerhalb empfindlicher Druckpunkte liegen.
Die Backenstücke richtig verschnallen
Die Backenstücke bestimmen maßgeblich die Position des Gebisses im Pferdemaul und sollten daher sorgfältig eingestellt werden. Sind sie zu kurz verschnallt, entstehen dauerhafte Zugkräfte auf die Maulwinkel. Das kann nicht nur unangenehm für das Pferd sein, sondern auch zu Druckstellen oder wunden Maulwinkeln führen. Viele Pferde reagieren darauf mit Unzufriedenheit oder Abwehrverhalten.
Sind die Backenstücke hingegen zu lang eingestellt, liegt das Gebiss zu tief und unruhig im Maul. Das Pferd beginnt häufig, vermehrt mit dem Gebiss zu spielen, wodurch die Einwirkung der Zügel unpräziser wird. Als bewährter Richtwert gilt bei gebrochenen Gebissen eine leichte Falte im Maulwinkel, wobei die individuelle Anatomie des Pferdes immer berücksichtigt werden sollte.
Der Kehlriemen – oft zu eng verschnallt
Der Kehlriemen soll lediglich verhindern, dass die Trense verrutscht oder abgestreift wird.
Zwischen Kehlriemen und Kehle sollte problemlos eine geballte Faust Platz finden. So bleibt ausreichend Bewegungsfreiheit erhalten, auch wenn das Pferd den Kopf aufrichtet oder an die Senkrechte kommt. Ein zu eng verschnallter Kehlriemen kann das Schlucken erschweren und unnötigen Druck erzeugen.
Der Stirnriemen muss ausreichend Platz bieten
Ein zu kurzer Stirnriemen kann dazu führen, dass das Genickstück gegen die Ohren gezogen wird. Das verursacht Druck und beeinträchtigt den Tragekomfort. Achte deshalb darauf, dass:
- der Stirnriemen locker anliegt
- die Schläfen frei bleiben
- das Genickstück nicht an den Ohren scheuert
Ein einfacher Test: Lässt sich die Trense nur schwer über die Ohren ziehen, ist häufig eine größere Größe oder ein längerer Stirnriemen sinnvoll.
Welche Trensengröße passt meinem Pferd?
Die meisten Hersteller bieten Trensen in den Größen Pony, Cob/Vollblut, Warmblut und Kaltblut an.
Da Pferdeköpfe jedoch sehr unterschiedlich gebaut sind, passt nicht jede Standardgröße perfekt. Besonders bei breiten Stirnen, kurzen Nasenpartien oder empfindlichen Pferden lohnt sich der Blick auf anatomische Modelle oder individuell anpassbare Trensen.
Anatomische Trensen – mehr Komfort für das Pferd?
Anatomische Trensen sind so gestaltet, dass empfindliche Bereiche wie Genick, Ohren und Gesichtsnerven entlastet werden. Typische Merkmale sind:
- breit geschnittene Genickstücke
- weich gepolsterte Auflagen
- geschwungene Stirnriemen
- anatomisch geformte Reithalfter
Viele Pferde profitieren von der verbesserten Druckverteilung und zeigen mehr Zufriedenheit bei der Arbeit.
Fazit: Die Trense regelmäßig kontrollieren
Die passende Trense unterstützt eine feine Kommunikation zwischen Reiter und Pferd. Deshalb sollte die Verschnallung regelmäßig überprüft werden – besonders bei jungen Pferden, nach Zahnbehandlungen oder bei Gewichtsveränderungen.
Achte darauf, dass Nasenriemen, Backenstücke, Kehlriemen und Stirnriemen korrekt eingestellt sind und genügend Bewegungsfreiheit bieten. So schaffst du die besten Voraussetzungen für entspanntes und pferdefreundliches Reiten.