Training mit dem Pferd im Herbst

Wenn die Tage kürzer werden, die Blätter sich bunt färben und die Temperaturen angenehmer werden, beginnt für viele Reiter eine ganz besondere Jahreszeit: der Herbst. Die kühleren Temperaturen bieten ideale Bedingungen für abwechslungsreiches Training mit dem Pferd. Gleichzeitig bringen nasses Wetter, rutschige Böden und die frühe Dunkelheit einige Herausforderungen mit sich.

Wie ihr euer Training im Herbst sinnvoll gestaltet und worauf ihr bei Pferd und Reiter achten solltet, zeigen wir euch in diesem Beitrag.

 

Warum der Herbst ideal für das Training ist

Nach den heißen Sommertagen freuen sich viele Pferde über die angenehmeren Temperaturen. Gerade bei anspruchsvollerem Training kann die kühlere Witterung eine echte Erleichterung sein. Auch lange Ausritte machen bei milden Herbsttemperaturen besonders viel Freude.

Der Herbst eignet sich außerdem hervorragend dafür, neue Trainingsreize zu setzen. Statt ausschließlich auf dem Reitplatz zu arbeiten, könnt ihr verschiedene Elemente miteinander kombinieren:

  • Dressurarbeit und Gymnastik
  • Cavaletti- und Stangenarbeit
  • Bodenarbeit
  • Ausritte im Gelände
  • kleine Sprünge
  • Spaziergänge und Handarbeit

 

Abwechslung hält das Training interessant und fördert gleichzeitig Koordination, Beweglichkeit und Konzentration.

 

Das Aufwärmen wird jetzt besonders wichtig

Auch wenn die Temperaturen im Herbst zunächst noch angenehm wirken, kühlen die Muskeln bei niedrigen Temperaturen schneller aus. Ein gründliches Aufwärmen sollte deshalb fester Bestandteil jeder Trainingseinheit sein.

Beginnt am besten mit einigen Minuten Schritt am langen Zügel. Anschließend könnt ihr langsam erste Übungen im Trab einbauen und das Pferd nach und nach an die eigentliche Arbeit heranführen.

Dabei gilt: Je kälter es ist und je intensiver die Trainingseinheit ausfällt, desto wichtiger ist ein ausreichend langes Aufwärmen.

Auch nach dem Training sollte das Pferd nicht abrupt zum Stehen kommen. Lasst es in Ruhe trocken und wieder zur Ruhe kommen. Bei starkem Schwitzen kann eine Abschwitzdecke sinnvoll sein, damit das Pferd nach dem Training nicht auskühlt. 

 

Training im Gelände: Herbstliche Herausforderungen meistern

Ein Ausritt durch bunt gefärbte Wälder gehört für viele Reiter zu den schönsten Momenten im Herbst. Gleichzeitig verändern sich die Bedingungen im Gelände.

Nasses Laub kann rutschig sein, aufgeweichte Wege können tiefer Boden sein und Äste oder herabgefallene Zweige können den Weg erschweren. Deshalb solltet ihr eure Geschwindigkeit und die Trainingsintensität immer an die Bodenverhältnisse anpassen.

Besonders wichtig ist ein guter, sicherer Sitz. Auf schwierigen Böden solltet ihr das Tempo reduzieren und dem Pferd die Möglichkeit geben, seinen Weg aufmerksam zu suchen.

Auch das Reiten im Gelände lässt sich hervorragend als Training nutzen. Bergauf- und Bergabpassagen können beispielsweise die Muskulatur stärken und die Trittsicherheit verbessern – vorausgesetzt, der Untergrund ist dafür geeignet.

 

Herbstwetter: Den Boden immer im Blick behalten

Im Herbst kann sich der Zustand des Reitplatzes innerhalb weniger Stunden verändern. Nach längeren Regenfällen wird der Boden schnell weich oder rutschig. Bei Frost können wiederum harte und unebene Stellen entstehen.

Bevor ihr mit dem Training beginnt, lohnt sich deshalb ein kurzer Blick auf den Untergrund. Ist der Boden zu tief, rutschig oder gefroren, sollte die Trainingseinheit entsprechend angepasst werden.

Manchmal ist weniger tatsächlich mehr. An einem regnerischen oder stürmischen Tag kann eine ruhige Einheit mit Bodenarbeit, Longieren oder ein Spaziergang die bessere Alternative sein.

 

Abwechslung statt Trainingsstress

Der Herbst ist eine gute Gelegenheit, das Training etwas abwechslungsreicher zu gestalten. Gerade nach einer intensiven Turniersaison kann eine ruhigere Phase sinnvoll sein.

Nicht jede Trainingseinheit muss ein bestimmtes Ziel verfolgen. Ein entspannter Spaziergang, etwas Freiarbeit oder eine lockere Einheit im Gelände können ebenfalls wertvoll sein.

Achtet dabei immer auf die Signale eures Pferdes. Müdigkeit, Verspannungen oder ungewöhnliches Verhalten sollten ernst genommen werden. Ein gutes Training bedeutet nicht, möglichst viel zu erreichen, sondern das Pferd körperlich und mental sinnvoll zu fördern.

 

Die richtige Ausrüstung für die kalte Jahreszeit

Mit dem Herbst verändert sich auch die Ausrüstung. Eine gut sitzende Regenjacke, warme Reithandschuhe und gegebenenfalls eine wetterfeste Reithose sorgen dafür, dass auch der Reiter bei wechselhaftem Wetter komfortabel bleibt.

Für das Pferd sollte die Ausrüstung ebenfalls an die jeweiligen Bedingungen angepasst werden. Wichtig sind vor allem gut sitzende und gepflegte Ausrüstungsgegenstände. Nach nassen Ausritten sollten Sattel, Trense und andere Lederartikel gründlich getrocknet und entsprechend gepflegt werden.

Wenn es früher dunkel wird, spielt außerdem die Sichtbarkeit eine immer größere Rolle. Reflektierende Elemente an Reiter und Pferd können insbesondere bei Ausritten in der Dämmerung die Sichtbarkeit erhöhen.

 

Sicherheit bei Dunkelheit und schlechter Sicht

Im Herbst beginnt der Feierabend für viele Reiter bereits nach Sonnenuntergang. Wer trotzdem ausreiten möchte, sollte besonders auf gute Sichtbarkeit achten.

Reflektierende Kleidung und gut sichtbare Ausrüstung helfen dabei, von anderen Verkehrsteilnehmern früher wahrgenommen zu werden. Bei Ausritten im Straßenverkehr sollte außerdem immer eine geeignete Beleuchtung beziehungsweise reflektierende Ausstattung entsprechend den örtlichen Vorschriften verwendet werden.

Noch besser: Plant eure Ausritte möglichst so, dass ihr bei Tageslicht unterwegs seid, und wählt bekannte, sichere Wege.

 

Herbsttraining als perfekte Vorbereitung auf den Winter

Der Herbst ist mehr als nur eine Übergangszeit. Er bietet die Möglichkeit, gezielt an Grundlagen zu arbeiten und das Pferd körperlich fit zu halten, bevor die Wintermonate beginnen.

Regelmäßige, abwechslungsreiche Bewegung unterstützt die Fitness und sorgt für einen guten Trainingszustand. Gleichzeitig könnt ihr die Zeit nutzen, um an kleinen Baustellen zu arbeiten: Wie sieht es mit der Losgelassenheit aus? Wie gut reagiert das Pferd auf feine Hilfen? Wie sicher ist es im Gelände?

Mit Geduld, Abwechslung und einem Blick auf die jeweiligen Wetter- und Bodenverhältnisse könnt ihr die goldene Jahreszeit optimal für euch und euer Pferd nutzen.

 

Unser Fazit

Herbstliches Pferdetraining bedeutet vor allem: Abwechslung, angepasstes Training und gutes Wettermanagement. Die kühleren Temperaturen laden zu langen Ausritten und abwechslungsreichen Trainingseinheiten ein. Gleichzeitig solltet ihr Bodenverhältnisse, Dunkelheit und die sinkenden Temperaturen immer im Blick behalten.

Und manchmal darf Training einfach Spaß machen: eine Runde durch den bunten Herbstwald, eine lockere Stangeneinheit oder ein entspannter Spaziergang können genauso wertvoll sein wie eine intensive Dressureinheit.

Denn am Ende zählt nicht, wie viele Trainingsziele ihr erreicht habt, sondern dass Pferd und Reiter gemeinsam gesund, motiviert und mit Freude durch den Herbst kommen. 

 

Gut vorbereitet in die Herbstsaison

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Schaut vorbei und macht euch und euer Pferd bereit für die goldene Jahreszeit!